Anlage eines Bauerngartens mit Hochbeeten und Wegen

Mai 2012 –
Nachdem unser Gartenbereich durch die Bruchsteinmauer von der Straße abgegrenzt war, konnten wir endlich mit der Anlage der Wege und Hochbeete beginnen. Die erforderliche Planung für die einzelnen Bereiche und die unterschiedlichen Höhen hatten wir bereits im Winter abgeschlossen. Alle wesentlichen Dinge wurden in einem Plan, den wir mit Open Office Draw gezeichnet hatten, festgehalten.

Da auch im Bereich unseres zukünftigen Bauerngartens nicht alles ebenerdig war, galt es die verschiedenen Höhenniveaus, der Wege, Stufen und Beete konkret im Gelände festzulegen. Wichtig war uns, dass der Weg rund um unser Haus höher liegen sollte als der eigentliche Gartenbereich. Hierdurch sollte gewährleistet sein, dass bei starkem Regen das Wasser vom Haus fern gehalten wird. Nun konnte mit der Anlage der ersten Stufen, Wege und des ersten Hochbeetes begonnen werden.
Der ursprüngliche Plan wurde im Wesentlichen eingehalten, dennoch gab es Bereiche in denen wir noch umdisponierten, da sich schönere und/oder zweckmäßigere Varianten ergaben. Der aufmerksame Beobachter wird die Unterschiede selber finden, ansonsten sind diese am Ende des Artikels samt Begründung aufgeführt.

Auf dem gezeigten Bild ist gut zu erkennen, dass der Bereich für die zukünftigen Wege gut mit Frostschutzschotter unterfüttert wurde. Dort wo die Wege abknicken oder in einen anderen einmünden sind Palisaden aus Granit quer verbaut worden. In die so entstehenden Quadraten soll später Mosaikpflaster verlegt werden. Die Wege zwischen den Hochbeeten selbst werden mit Pflasterklinker ausgelegt.
Im Bereich der Schwengelpumpe wurden zwei Stufen erforderlich, um vom Weg um unser Haus auf das Niveau der hinteren Beete im Bereich der Kräuterspirale zu gelangen. Ebenfalls erkennbar sind die zwei Abgänge vom Weg nach rechts zwischen die Hochbeete. Der dritte, vorderste Abgang liegt aufgrund des Gefälles eine Stufe tiefer.

Auf dem nächsten Bild sind die drei inneren Hochbeete erstmals grob zu erkennen. Das oberste der drei inneren Hochbeete ist schon fertiggestellt, wohingegen das mittlere und untere erst begonnen wurden. Das mittlere Hochbeet wurde erst ganz zum Schluss fertig gestellt, da dieser Bereich zum Durchfahren mit der Schubkarre ständig benötigt wurde. Die erforderliche Baustellenlogistik legte somit die Reihenfolge der Fertigstellung einzelner Abschnitte fest. -Es kam zwischenzeitlich das Flair einer Großbaustelle auf, obwohl es die meiste Zeit nur einen Arbeiter gab.

Die im unteren Bereich liegenden Mauerfundamente wurden mit Basaltbruchsteinen angelegt, um so den Einsatz der teureren Muschelkalksteine zu reduzieren.

Auf den so geschaffenen Unterbau wurden anschließend im sichtbaren Bereich die Muschelkalksteine verbaut. Hierbei wurden die Steine erst lose aufeinander gelegt, um sie optimal auszurichten. Im nächsten Schritt wurden die Steine mit Mörtel vermauert und ausgefugt.

Der im Bereich des Weges liegende Revisionsschacht wurde rund ummauert und es entstand der Eindruck eines Brunnenschachtes. In diesem Stadium dachten unsere Nachbarn und Passanten, dass es sich um eine römische Ausgrabungsstätte handelte.

Nach einigen weiteren Säcken Mörtel war dann auch die innere Mauer des äußeren Hochbeetes fertig gestellt. Aber immer noch fehlte das mittlere der drei inneren Hochbeete.

Nachdem die äußeren Beete fertig gestellt waren, wurde zum Schluss mit dem Bau des mittleren Hochbeetes begonnen. Abschließend wurde das hintere Hochbeet auf eine Tiefe von 35 cm ausgehoben. Dies war das geforderte Mindestmaß an Gartenerde, mit der die Beete aufgefüllt werden sollten.

Nun waren die Rohbauarbeiten am Bauerngarten abgeschlossen. Das äußere Hochbeet hatten wir schon mit der Erde aufgefüllt, die wir unter unseren Büschen ausgehoben hatten, um diese Bereiche mit Lavagranulat auszulegen. Es galt alle Erdaushübe im Garten abgeschlossen zu haben, bevor wir die Erde für den Bauerngarten bestellen konnten.

Ein besonders schöner Bereich war im Anschluss des Bauerngartens an die Kräuterspirale mit der Schwengelpumpe entstanden. Hier soll später rechts neben der Hauswand eine Bank mit Blick nach Süden aufgestellt werden.

Auch der anfangs als störend empfundene Revisionsschacht kam, nachdem er rund in die Mauer eingefasst worden war, sehr schön zur Geltung.

Nun fehlte nur noch die erforderliche Erde. Nachdem wir alles ausgemessen hatten, war klar, wir würden mindestens 9 m³ Erde benötigen. Da es ab 10 m³ einen deutlichen Rabatt gab, bestellten wir beim AWB Wetterau 10 m³ zertifizierte Gartenerde. Das Gütesiegel war uns wichtig, da wir im nächsten Jahr vorhaben dort unser Gemüse anzupflanzen. Einen Tag nach unserer Bestellung wurde die Erde bereits angeliefert.

Nun galt es nur noch schnell den „kleinen Haufen“ in die Beete zu schaufeln. Da hierbei auch die Frauen mit halfen, konnten wir die Arbeiten nach zwei Tagen abschließen.

Am nächsten Tag begann es zu regnen und wir waren alle froh, die Erde in den Beeten zu haben. Die Erde war im durchnässten Zustand viel zu klebrig um sie zu schaufeln oder gar mit den Füßen verdichten zu können.

Der Regen hielt den ganzen Tag an und sorgte dafür, dass sich die Erde ein erstes mal gut setzen konnte. Im nächsten Jahr beginnen wir dann mit der Bepflanzung des Gartens und dem Ausbau der Wege. -Fortsetzung folgt 😉

Vorgenommene Veränderungen und Begründung:

  • Trockensteinmauer versus mit Mörtel gemauerter Mauer
    Um die Hochbeete stabil und dicht zu bekommen, entschieden wir uns beim Bau der Mauern für eine Verklebung der Steine mit Mörtel.
  • Breite des äußeren Hochbeetes
    Die Breite wurde von 120 cm auf 100 cm reduziert, da man maximal 60 cm im Beet bequem vom Weg aus erreichen kann. In die hinteren 40 cm werden Büsche und Sträucher dicht an der Außenmauer eingepflanzt.
  • Position der Schwengelpumpe
    Die Schwengelpumpe wurde vom Haus weg in Richtung Garten gedreht, um so einen schönen breiten Bereich am Haus für eine Bank zu erhalten. So kann man später mit dem Rücken zum Haus in den Bauerngarten blicken und verweilen.
  • Revisionsschacht in den Weg integriert
    Der Revisionsschacht ist nun Teil des Weges und die dahinter befindliche Ausbuchtung kann ebenfalls als Sitzplatz verwendet werden. Hierfür wollen wir eine kleine Bank passend anfertigen. Hierdurch ist der Bereich des südlichen Beetes (im Anschluss an die Kräuterspirale) viel größer geworden. Dafür wurde das äußere Beet in diesem Bereich schmaler.
  • Südlicher Sichtschutz mit Weidenzaunelementen auf den L-Steinen
    Aufgrund der in diesem Bereich verbauten L-Steine, wäre ein Abstand der Büsche zur Außenkante der L-Steine von 50 cm erforderlich geworden. Die Büsche hätten dann aber mitten im 100 cm breiten Beet gestanden. Um das Beet optimal nutzen zu können griffen wir auf den Sichtschutz zurück.

Fazit:
Der Arbeitsaufwand für dieses Bauwerk lag bei circa 140 Stunden und wurde über fünf Monate verteilt. Verbaut wurden 4,0 Tonnen Muschelkalksteine, 2,0 m³ Frostschutzschotter, 23 Palisaden aus Granit (10 x 10 x 25 cm), 10 Palisaden aus Granit (10 x 10 x 50), 10 Palisaden aus Granit (12 x 12 x 40 cm), 30 Säcke Trass Fertigmörtel (25 kg), 10 Säcke Estrichbeton (40 kg) und 10 m³ Gartenerde.

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3 Kommentare zu Anlage eines Bauerngartens mit Hochbeeten und Wegen

  1. Iris sagt:

    Hallo Norbert,

    Die Anlage ist der absolute Hammer! Das sieht schon ohne Pflanzen so toll aus. Ich bin gespannt, wie es wirkt, wenn die Beete erst bepflanzt sind. Dann habt Ihr bestimmt regelmäßig staunende Passanten vor der Mauer stehen. ;o)

    Herzliche Grüße,
    Iris

  2. Armin sagt:

    Hallo Norbert,

    ihr habt die Hochbeete ja nur mit Erde befüllt. Ich habe gelesen, dass man als Untergrund Laubwerk und Zweige nehmen sollte und erst darauf die Erde füllen soll. Wie hat das bei euch geklappt mit der Bepflanzung? Gibt es irgendwelche Probleme?

    P.S.:Toller Garten!

    VG
    Armin

    • roesnor sagt:

      Hallo Armin,
      auch wir hatten diesen Hinweis bekommen und haben daher noch unseren Grünschnitt vom Herbst in die leeren Beete eingelegt. Danach wurden die Beete mit Erde aufgefüllt. Die Randbepflanzung ist sehr gut angewachsen und auch unser Gemüse liess sich im ersten Jahr nicht lange bitten.
      Viele Grüße
      Norbert

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