Rasenpflege im Frühjahr

April 2016 –
Bisher hatten wir unserem Rasen nur recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt. So beschränkte sich die Pflege auf regelmäßiges Mähen und dem vereinzelten Entfernen von größeren Unkräutern wie Löwenzahn und Disteln. Im Winter streuten wir die Asche aus unserem Grundofen ein bis zweimal über dem gesamten Gartenbereich aus und das war es dann auch schon. In diesem Frühjahr mussten wir leider feststellen, dass nur noch wenig von unserem Rasen übrig geblieben war. Weite Teile des Rasens waren über den Winter hinweg vom Moos vereinnahmt worden.

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Es wurde offenkundig, dass wir hier schnell etwas unternehmen sollten. Nach einigen Recherchen im Internet entschieden wir uns für ein ökologisches Vorgehen ohne den Einsatz von giftigen Chemikalien. Ziel sollte es sein, den Rasen in Etappen so zu stärken, dass er wieder an Kraft gewinnt und so das Unkraut nach und nach selber verdrängt. Als erstes untersuchten wir die Ursachen für den starken Moosbefall. Im Wesentlichen begünstigt ein saures Boden-Milieu, Schatten und Feuchtigkeit den Wuchs von Moos. In unsrem Fall lag ein PH-neutraler Boden vor, was dem regelmäßigen Ausbringen von Ofenasche im Winter geschuldet ist.

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Somit benötigte der Boden aktuell keinen Kalk zum Säureausgleich. In unserem Fall lag die Ursache wohl eher am schweren Lehmboden der für Staunässe und die vom Moos bevorzugte Feuchtigkeit sorgte. Zudem deutete ein hoher Kleeanteil darauf hin, dass es dem Boden an Nährstoffen für einen gesunden Rasen mangelte. Daher legten wir folgendes Vorgehen fest:

  • Messung des PH-Werts, um gegebenenfalls neutralisierende Maßnahmen zu ergreifen (Kalk ausbringen).
  • Entfernung des Mooses mit einem Hand-Vertikutierer, um ein möglichst schonendes Vorgehen bei dem ohnehin schon stark reduzierten Rasen zu gewährleisten.
  • Einbringen von organischem Rasendünger, um so das Nährstoffangebot für den Rasen zu verbessern.
  • Einbringen von grobem Bausand als Drainage, um so Staunässe und Feuchtigkeit zu reduzieren.
  • Nachsaat mit einer hierfür zertifizierten Rasenmischung.
  • Abdeckung der Ansaat mit Humuserde, um so die Feuchtigkeit während der Keimphase besser halten zu können.
  • Regelmäßiges Mähen und Entfernen von großen Unkräutern.
  • Wiederholung der Rasendüngung in zwei Monaten.

Nachdem das Vorgehen abgestimmt war, alle erforderlichen Mittel als auch Helfer zur Verfügung standen, ging es frisch ans Werk:

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Die Arbeit mit einem Hand-Vertikutierer ermöglicht es sehr angepasst auf die unterschiedlich stark vom Moos befallenen Bereiche einzugehen. So kann man intakte Bereiche eher etwas schonender und stark befallenen Bereiche etwas intensiver säubern. Der Verlust an intaktem Rasen wird minimiert aber das Ganze ist mit körperlicher Arbeit verbunden. Bei Rasenflächen die größer als 200 m² sind, sollte man schon ziemlich fit sein und Spaß an anstrengenden Arbeiten haben. Ansonsten empfiehlt sich ein Elektro-Vertikutierer 😉

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Nachdem das Moos mit dem Hand-Vertikutierer fast vollständig entfernt worden war, wurde der Rasen nochmals mit einem Rechen gründlich ausgekämmt. Man kann den Unterschied nach dem zweiten Arbeitsgang mit dem Rechen gut erkennen. Der Rasen wirkt deutlich befreiter und der Boden ist gut geöffnet, um den organischen Rasendünger einbringen zu können.

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Erstaunlich war wie viel Moos wir aus unserer recht kleinen Rasenfläche von circa 130 m² entfernen konnten. Wir kamen auf über drei Biomülltonnen und wussten gar nicht wohin damit. Hierfür haben wir später dann doch noch eine Lösung gefunden über die ich gesondert berichten möchte. So viel sei hier schon verraten, es geht um das Stichwort kompostieren.

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Nachdem das Moos aus dem Rasen entfernt war, wurde der organische Rasendünger ausgestreut. So langsam sah des Ganze wieder nach einem Anfang für einen zukünftigen Rasen aus.

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Als nächstes wurde 1 m³ grober Bausand auf der Rasenfläche verteilt. Obwohl hier weniger als 1 cm Sand aufgebracht wurde, sah es danach doch sehr nach einem Beach-Volleyballfeld aus.

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Zum Schluss wurde noch die zur Nachsaat zertifizierte Rasenmischung ausgebracht und mit einer Harke eingearbeitet. Das Ganze wurde abschließend grob mit Humuserde abgedeckt, angedrückt und die nächsten Tage feucht gehalten. Im Laufe der nächsten Wochen sah es Stück für Stück schon wieder ein wenig mehr nach Rasen aus.

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Gut vier Wochen später und nach zwei mal Mähen sah der Rasen so aus. In vielen Bereichen konnte sich der Rasen wieder durchsetzen und das alles ohne den Einsatz von Moosvernichter oder anderen giftigen Chemikalien.

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Wir hoffen, dass sich der Rasen in den nächsten Wochen bei regelmäßigem Mähen und einer wiederholten Düngung noch weiter ausbreitet und die Unkräuter weiter zurückdrängt. Im nächsten Jahr wollen wir zudem erneut groben Bausand ausbringen, um die Drainagewirkung weiter zu verbessern. Weiteres in Kürze 😉

Fazit:
Der Arbeitsaufwand für die Rasenpflege im Frühjahr lag bei circa 10 Stunden. Verbraucht wurden eine PH-Messung, 10 Kg organischer Rasendünger, 1 m³ grober Bausand, 1 Kg Rasen-Nachsaat und 240 l Humuserde.

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