Eine Kräutersprirale aus Muschelkalksteinen

April 2011 –
Lange war es der Wunsch meiner Frau gewesen, eine Kräuterspirale im eigenen Garten zu haben. So hätten wir dann alle benötigten Kräuter frisch im direkten Zugriff. Daher hatte sich meine Frau bereits ein Jahr zuvor ein passendes Buch (Die Kräuterspirale – Irmela Erckenbrecht) über den Bau einer Kräuterspirale  gekauft und wir konnten gemeinsam in die Thematik einsteigen. Da ich zuvor schone einige Mauern gebaut hatte, scheute ich mich nun auch nicht vor der Aufgabe, eine runde bzw. spiralförmige Trockensteinmauer anzulegen.
Wie immer begann alles erst einmal  mit der Planung. Wo wäre der beste Platz in unserem Garten? Wie groß sollte die Kräuterspirale werden? Welche Steine könnten verwendet werden? Und so weiter und so weiter…
Auf fast alle Fragen fanden wir direkt eine passende Antwort im oben genannten Buch. Es ist zwar recht klein, dafür enthält es aber viele für den Bau relevante Zeichnungen und geht auf unterschiedliche Themen (Bau, Bepflanzung, Kräuter und Rezepte) detailliert ein. So konnten wir recht bald einen geeigneten Bereich im Süden unseres Garten ausmachen und so kamen mal wieder unsere berühmten Pflöcke zum Einsatz, um einen ersten Eindruck vom neuen Bauvorhaben zu bekommen.

Im ersten Schritt wurde eine Speissbütte an der tiefsten im Süden befindlichen Stelle eingegraben. Diese diente uns später als kleiner Teich zur Schaffung eines Mikroklimas im Bereich der Kräuterspirale. Dann wurde für die erste Steinreihe im unteren Bereich ein Graben ausgehoben, der mit Schotter aufgefüllt und gut verdichtet wurde. Weiter oben wurde ein kleiner Damm aus Schotter errichtet, auf dem die Steine die erforderliche Steigung nach oben bekamen. Bei der Wahl des Platzes für unsere Kräuterspirale erwies sich das nach Süden abfallenden Gelände als recht nützlich, da ich für den Anstieg der Spirale die Neigung des Geländes mitnehmen konnte und somit einige Steine einsparte.

Des weiteren konnten wir so den als zu lang geglaubten Revisionsschacht unserer Zisterne mit integrieren. Hierbei kam mir noch eine weitere Idee, doch diese wird erst im Jahr 2012 realisiert und vorgestellt werden. Nun konnte die unterste Reihe der Spirale gesetzt werden. In der Mitte habe ich all die Steine verbaut, die aufgrund ihrer Form an den Außenwänden der Kräuterspirale kein schönes Bild abgegeben hätten oder aber generell schwierig zu vermauern waren. Die Zwischenräume im Zentrum der Kräuterspirale wurden mit Bauschutt aufgefüllt. Das heißt, wer noch Ziegelsteine oder Putzreste hat die entsorgt werden müssen, einfach zertrümmern und rein damit.

Jetzt konnte die Außenmauer der Kräuterspirale Stück für Stück nach oben gezogen werden. In der Mitte wurden weiter kräftig Bauschutt und Putzreste entsorgt.

Laut Bauanleitung hätten die inneren Steine auf einen Haufen aus Bauschutt verbaut werden sollen. Da ich aber einen Schutthaufen als zu wackelig empfunden habe, sind die Steine bei mir auch in der Mitte durchgängig bis auf den Boden durchgemauert worden. Das Ganze noch einmal in der Draufsicht.

Nach einigen weiteren Runden und weiterem Bauschutt waren die Außenmauern fertig und wir konnten unser Richtfest feiern.

Zuletzt wurde noch der vordere Bereich neben dem „Teich“ mit Bruchsteinen eingefasst, in den wir unsere verschiedenen Minzen einpflanzten. Diese sind in Kübel einzusetzen, da sie sich ansonsten unkontrolliert vermehren.

Im oberen Bereich habe ich Zwischenräume im Mauerwerk von innen mit Trassmörtel ausgeschmiert, um so das Ausspülen von Erde und Sand zu vermeiden. Jetzt konnte die Kräuterspirale mit den unterschiedlichen Qualitäten von Erde aufgefüllt werden.

Endlich war es soweit und wir konnten unsere eigenen Kräuter in die Kräuterspirale einpflanzen.

Später haben wir dann noch Calendula und Kapuzinerkresse Im Randbereich angepflanzt, was der Kräuterspirale eine farbenfrohe Einfassung verlieh.

Das starke Wachstum und die Rankelfreudigkeit der Kapuzinerkresse hatten wir eindeutig unterschätzt und so wurde unsere Kräuterspirale kurzzeitig von ihr überwuchert. So haben wir später wieder große Teile von der Kapuzinerkresse entfernt. Die Kapuzinerkresse kann übrigens vollständig (Blüte, Stiele und Blätter) verzehrt werden, ist sehr gesund und schmeckt gut (ein wenig wie Meerrettich und/oder Kresse).

In diesem Sommer gab es bei uns besonders viele leckere Salate und Dipps, die wir mit den eigenen Kräutern verfeinern konnten.

Fazit:
Der Arbeitsaufwand für dieses Bauwerk lag bei circa 40 Stunden und wurde über vier Wochen verteilt. Verbaut wurden 3,0 Tonnen Muschelkalksteine, 6 Schubkarren Bauschutt, 6 Schubkarren Frostschutzschotter, 3 Schubkarren Sand, 8 Schubkarren Erde und 3 Schubkarren Kompost.

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Ein Kommentar zu Eine Kräutersprirale aus Muschelkalksteinen

  1. Tolle Idee die Kräuter so zu pflanzen, sieht sehr dekorativ aus.

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