Eine Böschung mit einer Trockensteinmauer abstützen

Mai 2010 –
Nachdem unser Garten im ersten Jahr so langsam erste, grobe Formen angenommen hatte, zeigte sich, dass wir einiges an Platz durch die Böschung unserer Terrasse vergaben. Wir entschieden daher die Böschung einzukürzen und mit einer Trockensteinmauer aus Muschelkalksteinen abzustützen.

Im ersten Schritt steckten wir mit Pflöcken und einer Maurerschnur ab, bis wohin die Böschung abgetragen werden sollte. Wir kalkulierten für die eigentliche Mauer und den Arbeitsbereich 50 cm ein. Somit war klar bis wohin die Böschung abzutragen war. Mit Spaten, Schaufel und Spitzhacke ging es frisch ans Werk.

Zuerst wurde nur eine Hälfte der Böschung freigelegt. Dies sollte den restlichen Hang bei starkem Regen vor Ausspülungen schützen. Dann wurde der vorhandene Mutterboden abgestochen und auf Bereiche im Garten verteilt die aufgefüllt werden mussten. Jetzt konnte der restliche Teil der Böschung abgetragen werden. Für die Trockensteinmauer wurde dann ein Fundamentstreifen in drei Stufen angelegt. Hierdurch war es möglich, die Mauer in waagrechten Reihen aufzubauen. Zudem wurde mit dieser Maßnahme erreicht, dass möglichst wenige Steine fast komplett im Erdreich verschwanden.

Anschließend wurde der Fundamentstreifen mit einer circa 20 cm dicken Schicht aus Frostschutzschotter aufgefüllt und mittels Motorstampfer gut verdichtet.

Jetzt endlich war es soweit mit dem Bau der Trockensteinmauer zu beginnen (siehe hierzu Leitfaden beim Bau von Trockensteinmauern). Auch hier wurden die großen Steine im unteren Bereich verbaut und nach drei Läufersteinen folgte ein Binderstein. Der Arbeitsbereich zum Hang hin wurde mit Schotter aufgefüllt und mit einem Handstampfer gründlich verdichtet. Die Zwischenräume wurden kontinuierlich mit Kiessand (0-16mm) ausgestopft. Wackelnde Steine wurden auf der Rückseite mit Steinkeilen fixiert, sodass sie absolut fest saßen. Man kann auf dem folgendem Bild gut die Neigung der Trockensteinmauer gegen den Hang erkennen.

Eigentlich werden die Steine einer Trockensteinmauer laut der reinen Lehre immer längs verbaut. -Demnach nie aufrecht stehend. Trotzdem verbaute ich in diesem Mauerabschnitt zwei Steine aufrecht stehend und fand die optische Wirkung recht interessant. Diese kleine Spielerei hat der Stabilität der Mauer keinen Abbruch getan, zumal ich hierfür besonders große und schwere Steine verwendet habe.

Im zweiten, größeren Teil der Bruchsteinmauer wurde eine Treppe integriert. Dies wurde erforderlich, da wir nun ja nicht mehr über die Böschung, auf direktem Wege zu unserem Grillplatz gelangen konnten. Hierfür wurde der Arbeitsbereich im oberen Teil entsprechend nach hinten erweitert. Die Stufen sind auf gründlich verdichteten Schotter gesetzt und bekommen zusätzlichen, seitlichen Halt durch den Verbund mit der Mauer.

Auf dem folgenden Bild nähert sich der Bau der Trockensteinmauer langsam seinem Ende. Nicht zu unterschätzen ist der Zeitaufwand für das Verbauen der letzten Steine um auf die vorgegeben Höhe zu gelangen. Es gab Abschnitte beim Fertigstellen der Mauer, da hatte ich das Gefühl, für die letzten oberen Steine eben so viel Zeit verwendet zu haben wie für alle darunter liegenden…

Aber irgendwann ist eben jedes Bauwerk einmal fertig und letztendlich war ja der Weg das Ziel. All die Schwierigkeiten auf eben diesem Wege sind nach dem Glücksgefühl bei der Fertigstellung vergessen. -Gab es tatsächlich Schwierigkeiten?

Hier noch der linke Teil der Trockensteinmauer mit Treppe und drei aufrecht stehend verbauten Steinen.

Fazit:
Der Arbeitsaufwand für dieses Bauwerk lag bei circa 160 Stunden und wurde über zehn Wochen verteilt. Verbaut wurden 11,0 Tonnen Muschelkalksteine und 3,5 m³ Frostschutzschotter.

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2 Kommentare zu Eine Böschung mit einer Trockensteinmauer abstützen

  1. Christian sagt:

    Das sind wirklich sehr imposante Projekte auf Ihrer Website und vor allem viele nützliche Infos! Vielen Dank!
    Ich plane auch eine Trockensteinmauer aus Muschelkalk (insgesamt ca 3om² auf einer Höhe von 50cm). Jetzt gibt es hier aber verschiedene Kategorien von Bruchsteinen, z.B. 10er, 15er, 20er mit verschiedenen Kanten, z.B. gesägt, gebrochen etc. Welche Kategorie haben Sie denn verwendet?

    Vielen Dank!

    • roesnor sagt:

      Hallo,
      die von mir verwendeten Steine sind im Prinzip das Abfallprodukt bei der Herstellung gesägter Steine und Stufen. Daher sind die Steine zum Teil an ein bis drei Seiten gesägt, wobei die restlichen Seiten gebrochen sind. Man kann die Steine aber i.d.R. gut drehen und wenden, so dass die Schnittflächen nur selten nach vorne treten. Die Größe der Steine lag zwischen 15-25 x 15-25 x 15-60. Es waren also ziemlich große, mittlere und auch kleine Steine dabei. Dies kann man am Bild der Mauern auch erkennen. Es wurde nicht eine einheitliche Größe verwendet. Macht das große 3D-Puzzle noch etwas herausfordernder 😉
      Viele Grüße
      Norbert

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