Errichtung eines Fahnenmastes

April 2010 –
Bei meinen Auslandsreisen habe ich schon immer den zwanglosen Umgang anderer Nationen mit der jeweiligen Landesflagge bewundert. Zwar hat sich der Umgang mit der Bundesflagge bei uns seit der Fußball Weltmeisterschaft im Sommer 2006 stark gelockert, aber bei manchen ist das „Flagge zeigen“ immer noch sehr negativ belegt. Dies sollte man vor der Errichtung eines Fahnenmastes im eigenen Garten bedenken. Auf der anderen Seite kann man Aufschluss über Toleranz, Verständnis und Vorurteile bei seinen Mitbewohnern im Wohngebiet erhalten. In meinem Fall wurde ich von einem Mitbewohner des Wohngebiets sogar als „Nazi“ bezichtigt und das obwohl bis dahin ausschließlich die Bundesflagge gehisst war. Immerhin habe ich so einiges über mein Umfeld erfahren können, was mir ohne den Fahnenmast samt Bundesflagge wahrscheinlich verschlossen geblieben wäre. Es war die Erfahrung wert!

Doch nun zum eigentlichen Bauvorhaben, seiner Planung und Durchführung. Bei der Wahl des Fahnenmastes legte ich besonderen Wert auf eine solide Ausführung, da der Mast ganzjährig beflaggt  sein sollte. Zudem sollte er neben der Standardgröße 90 x 150 cm auch größere Flaggen bis zu einer Größe von 300 x 150 cm problemlos halten können. Ein weiterer wichtiger Punkt war eine Innenseilführung in Verbindung mit einem Schlitten. Hierdurch sollte die lästige Geräuschentwicklung vermieden werden, die bei außen verlaufenden Hissseilen auftritt, wenn das Seil bei Wind gegen den Mast schlägt. Bei meiner Suche nach einem geeignetem Fahnenmast landete ich schließlich bei der Firma Neumeyer, die ein breites Spektrum an professionellen Masten anbietet. Der Mast war schnell gefunden und konnte bestellt werden. Die Anforderungen an das Fundament waren der Aufbauanleitung beigefügt und so musste ich mir diesmal keine weiteren Gedanken machen, sondern konnte direkt mit dem Ausschachten beginnen.

Für den gewählten Fahnenmast mit einer Höhe von 6 m wird ein Fundamentblock von 70 x 70 x 70 cm empfohlen. In den Fundamentblock ist eine Bodenhülse mit einer nach unten offenen Entwässerungsöffnung einbetoniert. Die Bodenhülse durchläuft das Fundament somit komplett und Wasser welches über den Mast in das Fundament eindringt, kann nach unten hin abfließen.

Unter dem Fundament wurde eine Sauberkeitsschicht aus 15 cm Frostschutzschotter eingebracht und mit einem Handstampfer gründlich verdichtet. Die Bodenhülse wurde auf ein Stück KG-Rohr gestellt in welches einige große Schottersteine eingelegt wurden. Damit die Bodenhülse auf dem KG-Rohr stehen blieb wurden beiden mit Panzerklebeband zusammengeklebt. Im oberen Bereich wurde eine einfache Schalung erforderlich, da das Gelände noch mit circa 15 cm Erde aufgefüllt werden sollte.
Nun konnte das Fundament ausbetoniert werden. Für den Beton wurden der Zementanteil von unten nach oben hin schrittweise von 1/6 auf 1/4 erhöht. Das Fundament hat von der Mitte ausgehend ein leichtes Gefälle zum Rand und die Bodenhülse steht circa 0,5 cm aus dem Fundament heraus.

Das senkrechte Ausrichten der Bodenhülse gelang perfekt mit Hilfe meines Nachbarn und zwei Wasserwagen. Hierbei wurde ein lange Wasserwaage (180 cm) senkrecht in die Bodenhülse eingefügt und an diese eine kurze (60 cn) um 90 Grad gedreht angehalten. Da die beiden Augen der Wasserwagen nun rechtwinklig zueinander standen, konnte man recht gut erkennen ob die Bodenhülse noch in die eine oder andere Richtung korrigiert werden musste. Im feuchten Beton ließ sich die Bodenhülse durch leichtes Rütteln und Drücken noch recht gut bewegen.
Wer sich das senkrechte Ausrichten nicht zutraut kann eine Zentrierhülse zum Einbau in das Fundament verwenden. Diese ist allerdings teurer und verzeiht auch nur leichte Abweichungen. Daher diese Aufgabe am besten zu zweit durchführen und anschließend gemütlich mit einem kühlen Bier anstoßen ;-).
Am nächsten Tag war es dann soweit und wir konnten den Mast aufstellen und unsere Flagge hissen.

Für mich ist die Flagge immer wieder ein schöner Blickfang und ich schau der Flagge gerne bei ihrem Spiel im Wind zu.

Bei der letzten Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hissten wir beide Landesflaggen für die Dauer der Meisterschaft.

Auch bei anderen Ereignissen haben wir unsere Anteilnahme mit fremden Nationen schon des öfteren durch das Hissen von Flaggen zum Ausdruck gebracht. So zum Beispiel mit Chile, als am 13.10.2011 mit der Befreiung der seit 70 Tagen eingesperrten Bergleute begonnen werden konnte. -Wir hissten die chilenische Flagge über die Dauer der gesamten Rettungsaktion. Oder aber mit Japan, als ein schweres Erdbeben am 11.03.2011 das Land und seine Bevölkerung in eine Katastrophe stürzte. Hier hissten wir die japanische Flagge für zwei Wochen auf Halbmast. Auch in diesem Jahr erinnern wir an den traurigen Jahrestag.

Der nächste größere Einsatz steht unserem Fahnenmast wohl in diesem Jahr bei der Fußball Europameisterschaft in der Ukraine und Polen bevor.

Fazit:
Der Arbeitsaufwand für diese Bauwerk lag bei circa 8 Stunden und wurde über eine Woche verteilt. Verbaut wurden 2 Schubkarren Frostschutzschotter, 0,35 m³ Beton, ein 20 cm Stück KG-Rohr, eine Bodenhülse und ein Fahnenmast.

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2 Kommentare zu Errichtung eines Fahnenmastes

  1. Pingback: Fahnen Schwyzer Die Fahnenmast Montage - Fahnen Schwyzer

  2. Miguel sagt:

    Wow, sieht echt super aus! Wir wollen uns auch einen Fahnenmast kaufen, diese Firma liegt aber näher zu uns: https://www.masko.de/Fahnenmasten/Fahnenmast-kaufen/ Nach dieser tollen Beschreibung werden wir es auch wagen!

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