Anlage einer Feuerstelle / eines Grillplatzes mit Sitzgelegenheit

Juni 2009 –
Direkt nach dem Kauf unseres Grundstückes nutzten wir es bereits regelmäßig um dort zu picknicken und Abends am Lagerfeuer zu sitzen. So verbrachten wir bereits vor dem ersten Spatenstich unseres Hauses viele schöne Nachmittage und Abende mit den Kindern auf unserem Grundstück. Besondere Freude bereitete uns das gemeinsame Sitzen am Lagerfeuer und das Backen von Stockbrot.

Aufgrund dieser schönen Erinnerungen entstand schon damals der Wunsch in mir, im späteren Garten eine dekorative Feuerstelle mit Sitzmöglichkeit anzulegen. Die Idee für eine passende Form entstand im Laufe der Zeit. So sollte die Feuerstelle auf einem leicht ovalen Platz mittig angelegt sein. Die dem Hang zugewandte nördliche Seite sollte mit einer breiten Bruchsteinmauer zum Sitzen eingefasst werden. Nach Süden hin sollte das Oval für den Zugang offen bleiben. Der Platz für die Anlage der Feuerstelle war schnell gefunden. Als schwierig entpuppte sich die Festlegung der Höhe des Ovales aufgrund der Grundstücksneigung und der noch ausstehenden Einfriedung. Letztendlich wurden dann die bewährten Pflöcke eingeschlagen und wir begannen mit dem Ausschachten. Hierbei leistete ein Bagger aus der Nachbarschaft große Hilfe.

Unter der Bruchsteinmauer wurde ein Fundament aus Beton angelegt (siehe Leitfaden beim Bau von Bruchsteinmauern), um so der Mauer den nötigen Halt zu geben. Nachdem der eigentliche Arbeitsbereich vollständig freigelegt war, konnte mit dem Bau der Mauer begonnen werden.

Zu diesem Zeitpunkt dachten noch einige unserer Nachbarn wir hätten mit der Anlage eines Gartenteichs begonnen. Zugegeben – von oben wirke das Ganze aufgrund seiner Form tatsächlich wie ein Flachwasserteich. Sollten wir so etwas nicht später auch im Garten anlegen?! Doch nun zurück zur Entstehung der Feuerstelle.

Auch diese Bruchsteinmauer wurde in mehreren Lagen errichtet, wobei die einzelnen Steine vorab lose ausgelegt wurden. Hinter der Mauer blieb ein Arbeitsbereich, in den eine Drainageleitung unter Schotter eingebettet wurde.

Nach einigen Wochen war die Bruchsteinmauer fertig und wies noch ein paar Besonderheiten auf, die uns während des Mauerns in den Sinn kamen. So fügte ich auf der linken Seite eine Lehne an, in der Mitte entstand ein quadratischer Tisch und rechts wurde ein runder Tisch mit Windlichthalter integriert.

Im nächsten Schritt wurde der eigentliche Feuertopf angelegt. Hierzu wurde zuerst ein entsprechendes Loch mit einem Durchmesser von 80 cm aufgehoben. Als Fundament wurde ein armierter Ring (Schachtverlängerung) eingelegt. Auf diesen wurde der Feuertopf mit Bruchsteinen gemauert. Als Besonderheit lies ich vier längere Steine für jede der vier Himmelsrichtung heraus stehen.

Nachdem der innere Feuertopf fast fertig gemauert war, wurde ein äußerer Ring ausgehoben um dort eine zweite Einfassung aus Granit-Palisaden einzubauen. Dieser zweite Ring sollte eine Trennung zwischen dem Feuertopf und der später gepflasterten Fläche herstellen.
Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass der Feuertopf viel zu tief angelegt worden war. Die ursprüngliche Idee dahinter war, dass das Feuer tief im Topf lodern sollte. Im praktischen Betrieb fing das Feuer in dieser Tiefe nicht richtig zu brennen an, sondern es rauchte ständig sehr stark. Wahrscheinlich gelangte nicht genügend Sauerstoff an die Flammen. Erst nachdem wir den Feuertopf mit reichlich Steinen aufgefüllt hatten und der Feuertopf nur noch 10 cm tief im Boden lag brannte das Feuer perfekt.

Zur Aufnahme der gepflasterten Fläche musste nun das Oval der Feuerstelle nach vorne mit Palisaden abgeschlossen werden. Hierbei wurden noch Stufen eingebaut um so die Neigung des Geländes abzustützen.
Auch hier hätte eine weniger aufwendigere Einfassung ausgereicht (kürzere Palisaden), wenn ich damals schon berücksichtigt hätte, dass wir das Grundstück noch bis an die vorderen Palisaden auffüllten.

Im letzten Schritt wurde die Fläche ausgeschottert, verdichtet und somit für das Pflastern vorbereitet. Die hierfür erforderlichen Pflastersteine konnte ich günstig bei einer Hofsanierung erhalten. So wurden vorhandene Steine aus der Region ein zweites Mal verbaut. Da es sich nicht nur um Basaltsteine, sondern auch um Buntsandsteine handelte, lies sich die Fläche schön auflockern.

Nun standen sich zwei Mauern aus Bruchsteinen ge- genüber, die durch die Böschung unserer Terrasse getrennt waren. Insgesamt bot sich ein recht schönes Bild, obgleich unser Garten bisher nur aus Mauern bestand. An den Pflöcken  auf der Böschung ist bereits zu erkennen, dass noch eine weitere Mauer folgen sollte. Zu diesem Zeitpunk sprachen mich einige Nachbarn bei jedem neuen Bauvorhaben an, ob es wieder eine Mauer wird…
Auf einem solchen Grillplatz eignet sich ein Schwenkgrill am besten. Diesen haben wir uns nach Fertigstellung der Feuerstelle bei www.edelstahlgrill.de gegönnt. Geschmacklich schlägt der Schwenkgrill selbst unseren guten Kugelgrill. Auch ist die Hitzeregulierung deutlich einfacher, was ein Anbrennen durch unkontrollierten Fettbrand gänzlich ausschließt.

Später kamen dann noch ein Gulasch- und ein Biwaktopf dazu. Mit dem Biwaktopf haben wir schon mehrmals Glühwein und „Chili Con Carne“ zubereitet.

Im Winter immer sehr begehrt, ein Platz am wärmenden Feuer. Wenn es dann noch einen leckeren Glühwein gibt, ist die Kälte schnell vergessen…

Zum Abschluss noch zwei letzte Fotos vom Gesamtwerk. Bisher hatten wir viel Spaß mit unserem Grillplatz und zu jeder Jahreszeit üben die großen Steine eine besondere Anziehungskraft auf mich aus.

So sitze ich an warmen Tagen, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, nicht selten mit meiner Frau auf der schönen breiten Mauer bei einer Tasse Cappuccino.

Fazit:
Der Arbeitsaufwand für dieses Bauwerk lag bei circa 160 Stunden und wurde über zwölf Wochen verteilt. Verbaut wurden 3,5 Tonnen Basaltbruchsteine und 25 Säcke Trass Fertigmörtel (25 kg), 77 Granit-Palisaden (12 x 12 x 40 cm), 8 Säcke Estrichbeton (40 kg), 0,75 m³ Frostschutzschotter, 0,25 m³ Splitt und 7 m² Pflastersteine.

Feuerkochen

Weitere Beschreibungen und Anleitungen für entspannende und schmackhafte Möglichkeiten die eigene Feuerstelle zu nutzen, findet ihr in der Rubrik Grillen und Feuerkochen oder direkt hier:

Feuerschalen als Alternative

Für alle, denen Raum und Zeit für ein derartiges Vorhaben fehlen, denen sei als Alternative eine Feuerschale mit Schwenkgrill empfohlen. Eine Auswahl von Feuerschalen verschiedener Größen und verschiedener Designs, ist unter nachstehender Adresse zu finden:

Feuerschalen Shop – Feuer und Flamme für Ihr Zuhause

 

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6 Antworten zu Anlage einer Feuerstelle / eines Grillplatzes mit Sitzgelegenheit

  1. Magi sagt:

    Hallo, ich bin von deiner Grillstelle sehr begeistert!
    Ich möchte so eine ähnliche auch in meinem Garten bauen. Könntest du mir vielleicht die Durchmesser der Grillstelle und den Gesamtdurchmesser der gesamten großen Fläche mitteilen? Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen!
    Viele liebe Grüße Magi

    • roesnor sagt:

      Hallo Magi,
      ich gebe Dir am einfachsten die Durchmesser der einzelnen Kreise (plus Radius und Verlängerung), die sich wie folgt gliedern:
      * 70 cm (Radius 35 cm) – Innenkreis der Feuerstelle
      * 112 cm (+21 cm) – Einfassung aus verklebten Basaltsteinen (Feuertopf)
      * 140 cm (+14 cm) – Innerer Ring aus Granitpalisaden
      Elliptischer Ring aus Pflastersteinen
      * 360-410 cm (+110-135 cm) – Pflaster aus Basaltsteinen
      Seite mit Mauer als Sitzgelegenheit
      * 440-490 cm (+40 cm) – Mauer aus Basalt zum Sitzen und Abstellen
      bzw. offene Seite mit äußerer Einfassung aus Granitpalisaden
      * 388-438 cm (+14 cm)
      Mit den Bildern sollte man nun die einzelnen Dimensionen gut zuordnen können. Ein letzter Tipp von mir: Die einzelnen Ringe mit Pflöcken abstecken, um so ein konkretes Bild der tatsächlichen Größe zu bekommen.
      Viele Grüße
      Norbert

      • Magi sagt:

        Hallo Norbert, vielen lieben Dank für deine Mühe.
        Ich hoffe meine Feuerstelle wird genau so schön wie Deine 🙂
        Viele liebe Grüße Magi

  2. Marcus Blum sagt:

    Hallo,

    ich wollte gerade die gleiche Frage stellen. Auch ich plane derzeit eine Feuerstelle mit gemauerter Sitzgelegenheit. Dabei stellt sich die Frage, welcher Abstand vom Sitzplatz zum Feuer der richtige ist. Wenn ich die Daten richtig verstanden habe, ist eure Sitzbank 1,5 Meter vom Rand des Feuers entfernt. Ist das aus eurer Erfahrung heraus nun der richtige Abstand? Werden die Beine zu heiss oder friert man trotz Feuer?
    Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für eure tolle Seite. Es macht immer wieder Spaß eure Einträge zu verfolgen…

    Grüße
    Marcus

    • roesnor sagt:

      Hallo Markus,
      danke für den netten und motivierenden Kommentar!
      Der Abstand zum Feuer ist aus unserer Erfahrung recht gut getroffen worden. Natürlich kann es auch mal zu heiß an den Knien werden, wenn das Feuer zu stark lodert. Daher habe ich mich für eine elliptische Form entschieden. So variiert der Abstand zwischen 135-170 cm im Bereich der Mauer. Auf der offenen Seite kann man mit Stühlen und Bänken noch etwas weiter nach hinten ausweichen. Vom Feuer ausgehend entsteht eigentlich immer genug Wärme, wenn man auf der Mauer oder Stühlen davor sitzt. Mit unter wird es aber von der feuerabgewandten Seite her kalt. Dann hilft nur noch regelmäßiges Wenden 😉
      Fazit: Ist die Feuerstelle von einer Seite offen zugänglich, besteht hier die Möglichkeit den Abstand zum Feuer weiter zu vergrößern. Ansonsten kann man mit Bänken und Stühlen beliebig nahe an das Feuer heran rücken.
      Viele Grüße
      Norbert

  3. Marcus Blum sagt:

    super, vielen Dank für die schnelle Antwort…

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